
Sieben aktive Bläser sind 359 Jahre dabei! – Gottesdienst zum 100-jährigen Jubiläum. Dekanin C. Glöckner-Lang: „ Freude an Kirchenmusik als Motivation des Posaunenchors“
Sinsheim-Hoffenheim. (hh). Nachdem der evangelische Posaunenchor bereits im Frühjahr sein 100-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumskonzert gefeiert hatte, konnte Pfarrerin Vera Schleich am Sonntagabend zum Jubiläums-Gottesdienst rund 200 Gäste begrüßen. Sie freute sich darüber, das Dekanin Christiane Glöckner-Lang und der Bezirksposaunenwart Gerald Limberger im Gottesdienst den Einsatz langjähriger Bläserinnen und Bläser bei Ehrungen würdigten; die Teilnahme von Ortsvorsteher Karlheinz Hess sowie einer Abordnung der Abteilungs-Wehr und von Vereinsvertretern wertete sie als Beweis, dass der Posaunenchor als ein lebendiger Teil im Leben der Ortschaft angesehen ist. Pfarrerin Schleich übernahm die Liturgie im Gottesdienst, Dekanin Glöckner-Lang hielt die Predigt, der Posaunenchor unter Leitung seines Dirigenten Rolf Hagmaier und der Kirchenchor unter Leitung von Brigitte Lenz sorgten für die musikalische Gestaltung. Beate Leucht, geb. Sambel, die Ende der 50ger Jahre als erste Frau im Posaunenchor mitwirkte und die später als Prädikantin in verschiedenen Gemeinden Gottesdienste gestaltete, übernahm die Lesung aus 1. Korinther 12, 14 – 26. Paulus beschreibt darin die Bedeutung unterschiedlicher Einrichtungen, die zum Gelingen der Gemeinschaft in Kirchengemeinden notwendig sind. Der Gottesdienst stand ganz unter dem Motto . Dekanin Glöckner-Lang dachte in der Predigt darüber nach, was Mitglieder des Posaunenchors antreibt, über Jahrzehnte aktiv dabei zu bleiben. „Beim Dirigenten Rolf Hagmaier erkennt man, dass es die Freude an der Musik und die Gemeinschaft im Chor und außerdem das Interesse, zeitgemäße Musikformen auszuprobieren, sind; diese Werte konnte er auf den Chor übertragen, und dabei kam die Geselligkeit nie zu kurz!“ betonte sie. Pfarrerin Vera Schleich zitierte wenige Meilensteine aus der 100-jährigen Geschichte des Chores. Die aus Hoffenheim stammende Ärztin Katharina Engelhardt – bei vielen Hoffenheimern nur „die Amerika-Tante genannt – arbeitete in den USA erfolgreich und stiftete unterschiedliche Instrumente zur Gründung eines Posaunenchors in ihrer Heimatgemeinde. Mehrfach wurde die Geschichte des Chores durch Kriegsereignisse oder den Wegzug des Chorleiters unterbrochen. In den 50er Jahren versuchten einige Mitglieder des Jugendkreises unter Pfarrer Otto Riehm einen Neustart. Theo Manser wurde Chorleiter und kam jede Woche mit dem Motorrad von Helmhof zu den Proben nach Hoffenheim. Der heute 80-jährige Rolf Hagmaier war 12 Jahre im Posaunenchor seiner Heimatgemeinde Waldangelloch aktiv; beim Traugespräch gelang es dem damaligen Gemeindepfarrer Hans Mohr, ihn zur Übernahme der Leitung des Posaunenchors zu gewinnen. Nun ist Rolf Hagmaier bereits seit 55 Jahren Dirigent des Chores. In der Vergangenheit bildete er immer wieder junge Burschen und Frauen, aber auch ältere Interessierte an verschiedenen Instrumenten aus, intergierte sie in die Chorgemeinschaft und sorgte so dafür, dass bis in die Gegenwart ein geschätzter und geachteter Klangkörper entstand. Auffällig ist, dass in den Namenslisten der Chormitglieder oft dieselben Familiennamen auftauchen. So sind es häufig Mitglieder der Familien Sambel und aktuell sind sechs Mitglieder der Familie Hartmann im Chor aktiv. Dekanin Glöckner-Lang und BezirksPosaunenwart Gerald Limberger konnten sechs langjährige aktive Bläser zusammen mit Dirigent Rolf Hagmaier mit Urkunden und dem Goldenen Kreuz der Badischen Landeskirche für außerordentliche Verdienste in der Kirchengemeinde auszeichnen, die zusammen 359 Einsatzjahre aufweisen können: Es sind Lothar Leucht (65 Jahre), Hermann Sambel (63), Manfred Sambel (63), Wilhelm Straub (60), Dieter Heß (58) und Matthias Mörk (50). Außerdem erhielten zehn Bläserinnen und Bläser für 47 Jahre bis zu 10 Jahren aktiven Einsatz Urkunden und das Silberne Kreuz der Landeskirche. Sechs Bläserinnen und Bläser sind zwischen 9 und 2 Jahren aktiv dabei. OV Karlheinz Hess bestätigte in seinem Grußwort die Bedeutung des Posaunenchors für das kulturelle Leben in der Ortschaft. „ Es gab nie ein Nein, wenn der Chor für kirchliche Veranstaltungen oder Termine der Ortschaft angefordert wurde; auch bei Festen oder Prozessionen der katholischen Kirche wart ihr im Einsatz und habt den ökumenischen Gedanken umgesetzt!“ betonte er und dankte für die Bereitschaft zur Mithilfe zugunsten der Dorfgemeinschaft. Pfarrerin Schleich und Dekanin Glöckner-Lang werteten die Einsätze des Posaunenchors als „unverzichtbare Bereicherung der Gottes-dienste und wesentliche Bestandteile der Verkündigung; zugleich macht die Musik des Posaunenchores Freude, weil sie in die Seele geht“. Die Kollekte beim Gottesdienst wird je zur Hälfte der Bläserarbeit im Kirchenbezirk Kraichgau und den kirchenmusikalischen Angeboten in der Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt. Im Anschluss an den Gottesdienst waren die Gäste zum Sektempfang eingeladen; dabei wurden viele Bekanntschaften erneuert und Erfahrungen ausgetauscht.
Im Bild:
Gottesdienst zum Posaunenchor-Jubiläum in der voll besetzten Kirche mit rund 200 Besuchern.-Dekanin Christiane Glöckner-Lang hielt die Predigt

Zahlreiche aktive Bläserinnen und Bläser wurden von Dekanin Glöckner-Lang und dem Bezirksposaunenwart Limberger geehrt.

7 aktive Mitglieder des Posaunenchors sind zusammen seit 359 Jahren dabei.

Quelle: Herbert Hess
